Mittwoch, 1. oktober 2008 3 01 /10 /2008 10:17

Budapest


Am Sonntag (ich werde nie wieder irgendwo an einem Sonntag anreisen!!) kamen wir in den Genuss des typischen Ostblockcharmes, den ich irrtümlicherweise schon als Vergangenheit betrachtet habe.

Unser Hotel befand sich entgegen der Beschreibung nicht im Zentrum der Stadt, sondern außerhalb, eine Station vor der U-Bahn-Endstation.

Dort konnten wir nur ein paar Dinge wie Fahrkarten, Getränke oder Mahlzeiten in Euro bezahlen. Wieder gestaltete sich die Konversation als äußerst schwierig, obwohl alle Reiseführer immer wieder darauf hinweisen, dass man sich in Ungarn ohne Probleme auf Deutsch und Englisch verständigen könne.

Von außen und auch im Rezeptionsbereich sah alles tipp topp aus, harmonische Farben, warme erdige Töne wie in der Toskana. Die gesamte Atmosphäre war sehr ansprechend. Der Fahrstuhl war auch neu "eingekleidet" worden, stellenweise war der alte Lack unter neuem verborgen, doch er funktionierte. Für Hektik und Eile war er nicht gedacht, während er eine Etage mühsam hinaufhangelte, hatte man per Treppe bereits drei bewältigt.

Das Etablissement stellte sich dann als potemkinsches Gesamtkunstwerk  heraus. Dort, wo das Auge normalerweise nicht hinschaut, lagen tote Insekten, das lieblos hinübergeworfene Bettlaken offenbarte eine verfleckte, eklige Matratze. Die Bettwäsche, natürlich glatt und makellos weiß. Alles Tünche auf den zweiten Blick. 

Die Hitze des Tages verlangte nach einer vitalisierenden Dusche, das Bad sah im Resttageslicht einladend sauber aus, das Duschbecken konnte sogar ohne Latschen betreten werden. Dafür funktionierte das Licht nicht. Man hätte also den Duschvorgang wie ein Halbblinder bei offener Tür bewältigen müssen.

Der 1. Versuch, das Problem mit der Lampe zu schildern, war erfolglos. Es sei niemand da, der es beheben könne, teilte man mit. Am nächsten Tag, sogar am nächsten Vormittag sei aber jemand da. Dabei standen seit dem Einchecken abwechselnd 2 Männer rauchend im Foyer, deren Aufgabenbereich sich mir nicht erschließen wollte.

Erst später begriff ich, dass für uns gar keinen nächsten Vormittag gab, denn wir hatten nur eine Nacht gebucht.

Beim 2. Versuch und dem festen Willen, nicht wie üblich nachzugeben und mich mit der Situation zu arrangieren, verlangte ich die Reparatur der Lampe oder ein anderes Zimmer. Sofort kam etwas Leben in den Servicebereich. Es war jetzt möglich, die Lampe zu reparieren. Ein Danke auf Ungarisch zauberte allerdings auch kein Lächeln auf das Gesicht des Mannes, den wir beim Nichtstun gestört hatten. Er war beleidigt und zog wortlos des Weges.

Jedes Mal wenn wir im Foyer auftauchten, war bei den Servicekräften ein kaum wahrnehmbares Zucken zu bemerken.

Den Hinweis, im Restaurant essen zu können, nahmen wir dankbar entgegen, es ersparte uns die Suche in diesem Stadtrandgebiet.

Im Restaurant geisterte aber nur eine Servicekraft herum, die nicht vorhatte, uns zu bewirten. Stattdessen zeigte sie immer auf die Uhr, und tat so, als gäbe es mordsmäßig viel zu tun.

von Anhalli - veröffentlicht in: Reiseimpressionen
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Dienstag, 30. september 2008 2 30 /09 /2008 13:18

Liebe Leser,

 
ich begrüße euch herzlich. Ob Usus ist, sich hier vorzustellen, weiß ich nicht, aber sicher schadet das auch nicht.

Ich bin Autorin aus Leidenschaft, schreibe viel, und habe mich besonders durch's Bloggen auf kurze, humoristische, satirische bis scharf-zynische Beiträge eingependelt.

Das Leben ist hart genug, und obwohl es meistens wenig zu lachen gibt auf dieser Welt, lautet meine Devise nichtsdestotrotz: ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.

 

Anhalli

von Anhalli - veröffentlicht in: gemischt
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Montag, 29. september 2008 1 29 /09 /2008 13:14

Parken im Parkhaus ist ein kostspieliges Vergnügen. Der Gegenwert für die teuren Gebühren lässt sich (noch) nicht erkennen. Was also erhält man für sein teures Ticket?

  • Schutz vor Regen und Wind. (++)
  • Sicherheit (jein, man sollte auch im Parkhaus keine wertvollen Gegenstände im Auto oder gar das Auto offen lassen.)
  • WC, ebenfalls kostenpflichtig
  • Den Geruch von Sprit und Abgasen
  • Einen kostenlosen Fahrstuhl

Was erhält man nicht

  • Sauberkeit (mir ist nicht bekannt, dass ein Parkhaus geputzt wird) (-)
  • Dusche
  • Bett
  • Fernseher

 
In der österreichischen Hauptstadt Wien wird für das Parken im Parkhaus ein Obolus von 18 (in Worten achtzehn) Euro pro Tag erhoben. Für die Summe kann ich mir eine Wohnung mieten, möchte der negativ eingestellte Mensch sofort einwenden.

Oftmals kommen noch die Gebühren für eine Übernachtung im Hotel hinzu, und die schlagen richtig zu Buche.

Zeit also, ein Modell zu entwerfen, welches das Wohnproblem des 21. Jahrtausends gleichzeitig in den Griff bekommt. Warum nicht ins Parkhaus ziehen und die Gebühren sinnvoll anlegen. Die Unterschiede zu einer Mietwohnung sind fast irrelevant und bloß Kleinigkeiten, an denen man arbeiten kann.

Es entsteht eine Parkhauskultur mit klar erkennbaren Vorteilen:

  • Unabhängigkeit
  • Hab und Gut kann man selbst bewachen
  • Unnötiger Ballast wie Möbel etc. sammelt sich gar nicht erst an
  • Das Auto ist Wohnzimmer und Schlafzimmer zugleich
  • Parktourismus wird gefördert, die Parkhäuser aller Städte können ohne Komplikationen, Voranmeldungen, Reservierungen, sogar fast gänzlich ohne Planung aufgesucht werden
  • Mit viel Glück erhält man eine Parkbox auf dem Oberdeck und kann den einzigartigen Blick auf die Stadt seiner Wahl genießen
  • Das Leben wird zu einer einzigartigen täglichen Herausforderung
Nur für den Winter ist das Modell noch nicht 100%tig ausgereift. Im zugigen Parkhaus gibt es keine Heizung. Einige verpflegungstechnische Fragen sind noch offen, möglicherweise kann Energie durch den effizienten Einsatz des laufenden Motors gewonnen werden.

Eine Kinoleinwand pro Deck zur Unterhaltung bietet sich an.

Wo Probleme sind, da warten auch schon Lösungen.

Denn wer will wirklich bis ans Ende seines Lebens in einer Wohnung oder im eigenen Haus wohnen?

 

von Anhalli - veröffentlicht in: gemischt
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Profil

  • : Anhalli
  • life is a curious dream, but it gives lichtblicke
  • : weiblich
  • : 15.02.1958
  • : manchmal offen, manchmal scheu, kreativ, naturverbunden, tierlieb, verträumt Hobbys: lesen, schreiben, sporadisch malen (am liebsten Aquarelle), designen, nähen, ungarisch lernen Träume: Europa bereisen, vielleicht auswandern,

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